400 Jahre

Heute war ich, mehr oder weniger zufällig, wieder einmal Zeuge davon, dass ein Journalist, in diesem Fall genauer eine Journalistin, im tiefsten Brustton der Überzeugung so offensichtlichen Unsinn verkündete, dass mir die Nackenhaare sträubten. Am 08.04.2018 verkündete die Journalistin Ulrike Gondorf im Deutschlandfunk in der Sendung Kultur heute:

Ende dieses Monats ist es genau 400 Jahre her, dass Joseph Haydns Schöpfungsoratorium fertig wurde.

400 Jahre? In meinem Kopf begann es leicht zu rattern. Was war vor 400 Jahren los? Da begann gerade der 30-jährige Krieg. Wann kam Bach zur Welt? Das war doch so um 1680. Ich bin zwar durchaus an klassischer Musik interessiert, aber allenfalls laienhaft. Doch dass das einfach nur Unsinn sein konnte war mir sofort klar. Haydn vollendete sein Oratorium Die Schöpfung laut Wikipedia 1798. Das war vor 220 Jahren. Hat sich die Journalistin versprochen, war es ein Flüchtigkeitsfehler? Nein, denn einige Sekunden später legte sie noch einmal nach:

400 Jahre später verbinden viele mit der Schöpfung nicht nur Göttliches...

Jau. Wer ist Frau Gondorf? Sie arbeitet offensichtlich nicht nur für den DLF sondern auch für den WDR, der leitet einen Kurzbeitag über sie so ein:

Für den WDR macht sie aktuelle Kulturberichte für Mosaik und Scala und moderiert das Klassik Forum und gelegentlich auch Live-Übertragungen von Konzerten und Opernaufführungen.

Frau Gondorf scheint ja wirklich sehr qulifiziert zu sein.

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